C' est l' art

Herzliche Einladung zur Ausstellung von Gert Fabritius

„Tagebuch- und Blatt-Aufzeichnungen eines Unbefugten“

 

Vernissage: Donnerstag (!), 23.01.2020, 20 Uhr

Begrüßung: Christina Knauer, Erste Vorsitzende

Einführung: Dr. Ingeborg Szöllösi, Südosteuropa-Referentin im Deutschen Kulturforum östliches Europa

Austellungsdauer: Fr 24.01.2020 – So 23.02.2020

 

in Zusammenarbeit mit

Gert Fabritius

Fabritius
TEMPUS FUGIT

 

Kontaktdaten

Adresse: AtelierHaus, Stuttgart/Zuffenhausen 70435

E-Mail: g.fabritius@t-online.de

www.per-seh.de/galerie/gert-fabritius

 

Vita

Geboren 21.02.1940 in Bukarest

1961

Studium an der Staatlichen Kunstakademie

Klausenburg, Siebenbürgen (Meisterklasse)

1968–1977

- Illustrator für Buch- und

Zeitschriftenverlage in Bukarest

- stellvertretender Leiter d. Friedrich-Schiller-Hauses

- Teilnahme an der internationalen Buchkunst-Ausstellung Leipzig

- Berufsverbot und Umzug nach Westdeutschland

1978

Kunsterzieher am Heinrich-Heine-Gymnasium, Nellingen-Ostfildern

1978–2003

Ausstellungen: Berlin, Göteborg, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Mainz, Regensburg, München

1997

Lovis-Corinth-Sonderpreis, Regensburg, Kunstforum

Ostdeutsche Galerie

2012

Siebenbürgischer Kulturpreis Dinkelsbühl

 

Wichtige Einzelausstellungen

2004 Altonaer Museum Hamburg (Katalog)

2007 Museum Kleihuesbau Kornwestheim (Katalog)

2008 10. Feb. Vernissage der neuen Altargestaltung der Bartholomäuskirche in Markgröningen

2009 „Eben-Bilder“, 40 Porträts in der Leonhardskirche Stuttgart (Katalog)

2010 Museum Kleihuesbau Kornwestheim (Katalog)

2011 „Mythos Heimat – Heimat im Mythos“ Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm (Katalog)

2012 „Schnittpunkt Heimat“ Kunstgewölbe in der Historischen Spitalanlage, Dinkelsbühl

2013 Galerie per-seh Hannover (Katalog)

2018 HAP Grieshaber & Gert Fabritius „Biblische Geschichten-Parabeln des Gegen-Wärtigen" Museum Kornwestheim

www.interart-stuttgart.de/kuenstler

MEMORIA GERMANIA

Markant und klar - Der Künstler Gert Fabritius

„Ein Wanderer hat immer die Heimat bei sich!“ Und ein Wanderer ist Gert Fabritius. Seine Heimat ist entweder „transportabel“ – oder gar nicht!

1940 in Bukarest geboren, in Mühlbach aufgewachsen und 1957 nach Klausenburg verschlagen, ist bereits seine Kindheit und Jugend bewegt. Im Gymnasium und auf der Kunstakademie „Ion Andreescu“ in Klausenburg werden ihm „großartige Seherlebnisse“ zuteil, die er in Zeichnungen und Holzschnitten künstlerisch verarbeitet. Den Roman Die Brücke über die Drina von Ivo Andrić illustriert er in vier Holzschnitten – und legt diese als Diplomarbeit vor. Brisanz und Relevanz des Themas beeindrucken seine Professoren – die Arbeit wird angenommen. Beachtung finden auch seine Illustrationen für die Tribuna. In der rumänischen Wochenzeitung erscheinen erstmals Texte von Franz Kafka mit Radierungen von Fabritius. Die Öffentlichkeit ist von seinen Zeichnungen und Holzschnitten überzeugt. Das ändert sich auch in Bukarest nicht, wo er ab Herbst 1967 für die deutsche Tageszeitung Neuer Weg und den deutschen Kriterion Verlag tätig ist. Als Buchillustrator stößt er hier allerdings zum ersten Mal auf Ablehnung. Die Gründe sind absurd, die Zustände im sozialistischen Rumänien kafkaesk. Und es wird sich bis zu seiner Ausreise nach Deutschland nicht ändern: Die Außenwelt wird immer fremder, die Kollektivparanoia immer unerträglicher. Kunstprojekte scheitern – Fabritius’ Werke werden aus Ausstellungen entfernt, Einzelausstellungen und Poesieclubs boykottiert.

Sein Name wird in Neuauflagen von Büchern, die er illustriert hat, gestrichen.

Die Entscheidung, nach Deutschland auszureisen, fällt 1977. Fabritius’ letztes Bukarester Projekt ist die Illustration der Buches Die Mausefalle von Christian Morgenstern. Morgensterns Satz „Froh genießt das Tier der neuen Heimat, ohne sie zu scheuen“ leitet über in die nächste Lebensphase. Als freischaffender Künstler in den Bereichen Holzschnitt, Zeichnung, Malerei und Installation kann er seine Werke im In- und Ausland ausstellen (Regensburg, Leipzig, Darmstadt, Köln, Stuttgart, Göteborg, Valparaiso, Marburg, München, Cleveland, Berlin, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt a. M., Wittenberg u. a.). Sie bereichern viele Sammlungen (Deutsches Historisches Museum Berlin, Villa Merkel Esslingen, Kunsthalle Hamburg; Sammlung Daimler Benz AG in Stuttgart, Kunstmuseum Tampere/Finnland, Kunstmuseum Bukarest/Rumänien, Kunstmuseum Königsberg/Kaliningrad, Russland, Städtische Sammlung Velenje/Slowenien, Gerhard-Walz-Stiftung Budapest/Ungarn, Sammlung Gilkey, Portland Art Museum/Oregon, USA). 1997 wird Gert Fabritius mit dem Sonderpreis zum Lovis Corinth-Preis 1997 und 2012 mit dem Siebenbürgischen Kulturpreis geehrt.

Gert Fabritius – der Wanderer, wohin kehrt er immer wieder zurück? Zur Linie. Markant und klar.

© Ingeborg Szöllösi

(aus der Zeitschrift „Spiegelungen“, Heft 2/2018)

 

MEDUSA
O FORTUNA
Mein Testament

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen zur Gruppenausstellung

"Das Tier in mir" - Von der Mythologie über die Psychiatrie zur Chirurgie und zum Gerätebau

Vernissage: Freitag, 28.02.2020, 20 Uhr

Begrüßung: Christina Knauer, Erste Vorsitzende

Einführung: Klaus Bushoff, Zweiter Vorsitzender

Ausstellungsdauer: 29.02. - 21.03.2020

„DAS TIER IN MIR"

Johnny Wolfkrank, der bekannte Seelenforscher, entdeckte die seitdem für den menschlichen Menschen geltende Bipolarität in einer Brust. Er übersah, dass der Großteil der Menschheit zwei Brüste hat, für jede Seele eine, und dass es durchaus mehr als zwei Seelen gibt im Mensch-Tier-Wesen, welches nach den wissenschaftlichen Fortschritten in der Landwirtschaft, in der Medizin und im Gerätebau den solipsistischen, den bipolaren, den arroganten Naturbeherrscher und Ganzmenschen in der Aisthesis ersetzt hat.

Die Schnietze der Vielfaltforschung wiesen darauf hin, dass die Lebensbefriedigung des Neuen Menschen offenbart hat: die Vielverortung der Seelen in der Fülle der menschlichen Organe außerhalb der Brust oder der Brüste ist aufzeigbar „vom Scheitel bis zur Seele“.

Man denke nur an die Stirn (die anderen geboten wird), an den Nabel (mit seiner outie oder innie Form), an das Knie (mit seiner Demütigkeit), die Ferse (Weltflucht), an die lautstarken Hintergedanken, ganz zu schweigen von der verbogenen Lenkstange, die bestimmt, wohin die Lebensfahrt führt. Aber wohnt nicht auch in den Exkrementen eine Seele? A pro Po: die von apostolischen Selbstfindungstherapeuten in Philosophie, Dichtung und bildender Kunst angemahnte „Entdeckung dessen, was in dir steckt“ muss betrieben werden von Hinweisen auf die Seelenvielfalt des zoologischen Gartens in uns allen Heutigen und muss zu einer wie auch immer orientierten Tierliebe führen. Das Ich muss lieben: die lausigen Gedanken, die gefräßigen Ohrwürmer, die literarischen Bandwürmer, die lieblichen Zugvögel, die ideologischen Kletteraffen, die heimischen Trampeltiere, die veganischen Ochsen, die süßen Ferkel, die waldflüchtigen Füchse, die Kanalisationsratten… Vom Elefant im Porzellanladen über den Storch im Salat hin zu der Schmusekatze, die‘s mit dem Deckhengst treibt, dabei das Wutschnauben des gehörnten Dackels verursacht, und hin zum Murmel- tier und Hamster: Charakter, Physis, Implantate, Verhaltensweisen von Tieren werden im Menschen und im Menschtierwesen entdeckt, mit füchsischer Schläue herausgekratzt und in Wort und Bild verbellt. Die Kunstformen der Mythen, die Illustrationen der Selbsterkennung und die Darstellung der Fiktionen machen den Blick in den Spiegel dramatisch: „Schau ich dich an in dem Kristall / Phantom, du bist nicht meinesgleichen!“ (frei nach Annette v.D.-H.). Oder vielleicht doch?

Und nicht zu vergessen die königlichen Bienen und die Mörtel fressenden Wespen – in MIR. Der Mensch, belehrt von den ach-so-vielen Seelen in seinem Brustkorb und Fettleib, muss akzeptieren und lieben: DAS TIER IN MIR. (Die Argumente gegen Massentierhaltung in mir sollten ignoriert werden.) Der Zeitgeist braucht Sonderangebote mit Nachhaltigkeit: ohne sie würde das MENSCHTIER- WESEN abmagern zum MENSCHEN.

Zum Schluss ein Ratschlag an Bildende Künstler: Lasst die Sau nicht raus, kein Schwein kauft Seelenergüsse. Malt Bilder vom Kuscheltier in uns allen oder von der haustierfreien Bauhäuslichkeit. Ihr könnt mich mal … BESUCHEN ALS STORCH IM SALAT.

Johann Wohlfang von Hanebüchen

(Bürgerinitiative Das Tier in mir e.V.)

Der Hund in mir – die Kuh in dir

naturverbunden leben wir naturbelassen wie der Wald

Wird endlich unsre Liebe bald

alt und kalt

dann kommt der Borkenkäfer.

KB 

Teilnehmerliste „Das Tier in mir“

Marc Allgaier. Alena Braunschweiger. Klaus Bushoff. Chimgee Damdin-Scholz. Christa Düwell. Armin Elhardt. Showkh Enkhtumen. Gert Fabritius. Sylvia Faragó. Friederike Fricker. Elke Gaertner. Dorothea Geppert-Beitler. Karlo Grados. Günter Guben. Ulla Haug-Rößler. Jutta Hansen-Paal. Ganbold Jasran. Ulrike Kirbach. Carmen Kotarski. Karla Kreh. Tetsaya Kuzuhara. Diana Kurz. Daiana Maties. Doris Reimer. Ines Scheppach. Peter Schlack. Agnes Schmidt-Schöne. Günther Sommer. Ursula Stock. Jutta Uhde. Paul Wassiliadis. Götz Wintterlin. Gabriele Zeller-Kramer.


Vorschau

19.03.2020, 20 Uhr                  "Ich lasse Paris auf mich regnen"  

im Rahmen der 8. Theatertage in Klein Paris (Dem Bohnenviertel und Leonhardsviertel in Stuttgart)

21.03.2020, ab 18 Uhr             Lange Nacht der Museen

 

27.03.2020, 20 Uhr                   Vernissage Evelyn Schmidt

„Hingabe ans Verlorengehen – Vom Suchen und Finden der Versuchung                 Ausstellungsdauer: 28.03. – 25.04.2020


Bizarre Basare

Wechselnde themenbezogenen Werkgruppen aller künstlerischen Disziplinen

immer samstags 12 - 18 Uhr